Der Speierling – Baum des Jahres 2017

Der zu den Rosengewächsen gehörende Speierling, (luxemburgisch Spirebam oder Spirelter, französisch: Sorbier domestique) zählt zu den seltensten einheimischen Baumarten Luxemburgs und Europas. Aus diesem Grund wurde er nach 1993 bereits zum zweiten Mal zum Baum des Jahres gewählt.

 

Der Speierling ist ein Verwandter der anderen Sorbus - Arten Elsbeere, Mehlbeere und Eberesche, aber auch von Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen, usw. und hat diesen ähnliche Blüten. Aus den kleinen, weißen, in Schirmrispen angeordneten Blüten erwachsen kleine, je nach Sorte, apfel- oder birnenförmige Früchte. Die bis 20 cm langen Blätter bestehen aus 13 oder 21,  3-5 cm großen länglich-ovalen Fiederblättchen, die am Rand gesägt sind. Sie sind den Blättern der Eberesche sehr ähnlich, ebenso wie die glatte graue bis graubraune Rinde im Jugendstadium. Mit zunehmendem Alter reisst die Borke des Speierlings jedoch auf und es entsteht die charakteristisch gefelderte, eichenähnliche Rinde. Speierlinge werden meist 150 – 200 Jahre, in Ausnahmefällen auch bis 400 Jahre alt.

Von Natur aus kommt der Speierling als Mischbaumart in warmen, lichten Laubwäldern vor, besonders auf  kalkreichen, gut durchlüfteteten Böden. In Luxemburg ist die Art allerdings überaus selten als Waldbaum anzutreffen. Einige wenige Exemplare finden sich auf den Keuper-Böden in der Stegener Gegend sowie im Mosel-Hinterland. Die Seltenheit der Bäume ist vor allem auf die schwierige Vermehrung zurück zu führen, beginnend bei der Bestäubung der meist weit voneinander entfernten Exemplare. Dies führt dazu, dass die Früchte in der Regel 2 - 4 Samen, die nur schwer keimfähig sind. Meist vermehrt sich der Baum vegetativ über Wurzelbrut, die aber nur bei ausreichendem Licht heranwachsen kann. Dabei ist das harte, schwere, elastische Holz sehr begehrt, fehlerfreie Stämme erzielen regelmäßig Höchstpreise bei Wertholz-Auktionen. In den letzten Jahren werden Speierlinge daher auch vermehrt im Rahmen von Agroforestry – Projekten gepflanzt.

Die dicksten, höchsten und vermutlich auch ältesten Speierlinge Luxemburgs stehen im Bering zweier Höfe: der dickste mit einem Stammumfang von 105 cm bei der Ferme Weydert in der Gemeinde Larochette und der höchste mit einer Höhe von 18 m und einem Umfang von 97 cm am Pläitrengerhaff zwischen Oetrange und Bous. Erwähnenswert ist auch eine Reihe alter Speierlinge an der C.R.119 bei Schrondweiler.

Diese wurden, wie die meisten hiesigen Speierlinge, gepflanzt, um aus den zuckerhaltigen Früchten Schnaps (Spiirendrëpp) zu brennen oder sie dem Apfelmost zuzugeben um diesen zu klären. Durch den ebenfalls hohen Gehalt an Gerbstoffen wirken die Früchte adstringierend, weshalb sie im Mittelalter bei Durchfallerkrankungen eingesetzt wurden. Auch als Tierfutter, zur Herstellung von Marmelade und Mehl wurden die bei Vollreife schokoladenbraunen Spiiren in der Vergangenheit genutzt. Interessant zu wissen ist auch, dass die Früchte, wie die aller Sorbus -Arten reich an Sorbit sind, einem Fruchtzucker, der als Zuckeraustauschstoff in diabetischen Lebensmitteln eingesetzt wird. Der Name Sorbit leitet sich vom Gattungsnamen "Sorbus" ab.



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Agenda

21.11 - 17.12 

Exposition: Johan de Crem - artiste peintre et Dominique Rautureau - sculpteur

21.11 

Vernissage de l'exposition: Johan de Crem - artiste peintre et Dominique Rautureau - sculpteur

22.11 

Workshop avec Johan de Crem - artiste peintre

25.11 

Chantier nature: Unterhaltsarbeiten der Vogel-Beringungsstation im Schëfflenger Brill

25.11 

Chantier nature: Nistkästen säubern in Diekirch

28.11 

Management of Greater Canada goose in Flanders, Belgium

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